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Und wieder Krücken…

Wie ihr wisst, plane ich derzeit die Operation zur Entfernung des Metalls in meinem Fuss. Kurzer Rückblick – am 28.03.2025 habe ich mir das Sprunggelenk am linken Fuß gebrochen. Mitten in meiner Chemotherapie. Das Ganze musste operativ versorgt werden und ich habe auf dem Aussenknöchel eine Metallschiene, die verschraubt wurde und am Innenknöchel sind zwei Schrauben im Knochen verbaut. Ich bin zu Hause beim Aufstehen aus einem Stuhl unglücklich aufgekommen und dann knackte der Fuss auch schon. Es ging nichts mehr und ich kam mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus. Jetzt – ein Jahr später – kann das Material endlich entfernt werden.

Bereits am 01. April diesen Jahres war ich beim Orthopäden, um die ambulante OP zu planen. Ich wollte das Ganze noch vor dem Sommer hinter mich bringen, da mich das Metall gerade auf der Aussenseite im Alltag doch ziemlich stört und einschränkt. Der Orthopäde macht ein Röntgenbild und gab das GO für die Operation. Eine erneute Knochendichtemessung aber erachtete er zum jetzigen Zeitpunkt als nicht sinnvoll, da er vermutet, dass die Osteoporose unter meiner aktuellen Therapie sich nicht signifikant verändert hat. Ernüchterung machte sich in mir breit. Aber ich denke, er hat die bessere Erfahrung auf diesem Gebiet. Er schlägt vor, die Kontrolle in einem Jahr zu machen. Ich sprach ihn ebenfalls auf meine Zometa-Infusion an, die ich schon zweimal in der Klinik bekommen habe. Auch da nahm er mir jegliche Hoffnung auf ein schnelles Ende. Diese Therapie ist meist über einen Zeitraum von drei Jahren angelegt. Puh – somit bleibt mir nichts weiter übrig, als mir halbjährlich diese Infusion verabreichen zu lassen. Die Bisphophonate verhindern den Knochenabbau bei einer Osteoporose. Klingt gut, aber hat auch ziemliche Nebenwirkungen. Im schlimmsten Fall führen sie zu Kiefernekrosen.

Mit viel Ernüchterung, einem neuen „Fahrplan“ und einer Überweisung in die BGU Frankfurt (Unfallklinik) verließ ich die Praxis. Ich wollte mich dort operieren lassen, da sie meinen Fall kennen und das Metall eingesetzt hatten. Dass dies nicht ganz so einfach sein würde, wusste ich an diesem Tag noch nicht. Eines wusste ich aber ganz sicher, ich brauchte einen neuen Termin in der Onkologie in Bad Homburg für die Zometa-Infusion, da das halbe Jahr schon wieder um ist. Das kann ich aber gut mit meiner 4-wöchigen Blutkontrolle verbinden, die noch bis zum Juli geht. Wieder zu Hause schreibe ich also eine der Chemoschwestern an und bekomme direkt die Rückmeldung, dass wir die Blutentnahme und die Infusion miteinander verbinden können. Auch die BGU versuche ich zu kontaktieren, um meinen langersehnten OP-Termin zu vereinbaren. Telefonisch ist niemand erreichbar, also schreibe ich eine Mail, worauf ich einen Tag später die Antwort bekam, dass eine Operation dort frühestens in einem Jahr möglich sei, aber auch dann nicht sicher ist, ob das klappt. Ich solle mir doch einen anderen Chirurgen dafür suchen. WHAT??? 1 Jahr Wartezeit? Boah ich war so im Prass und im ersten Moment echt ratlos. Wo soll ich denn jetzt hingehen?

Ich schaute auf der Webseite der Hochtaunusklinik in Bad Homburg, ob dort ambulante Operationen dieser Art durchgeführt werden. Und tatsächlich, es ist möglich. Also wieder eine Mail mit meinem Anliegen und der Überweisung hingeschickt und prompt einen Termin in zwei Wochen bekommen. Ich war erleichtert und musste nun aber noch einmal zu meinem Orthopäden zurück, da die Überweisung auf die BGU ausgestellt war. Da ich die aktuellen Röntgenbilder in die Klinik mitbringen soll, musste ich noch einmal zum Arztgespräch. Dafür war ein Termin nötig – in zwei Wochen, direkt am gleichen Tag, wie in der Klinik. Vormittags ging ich also zum Orthopäden und er druckte die Bilder aus, was ich verwundert zur Kenntnis nahm und ihn darauf ansprach. Diese lassen sich nicht in der elektronischen Patientenakte ablegen. Echt jetzt? Im Jahr 2026 ist es nicht möglich, dass die Bilder elektronisch gespeichert und von einem anderen Arzt abgerufen werden können? Da kann ich nur den Kopf schütteln. Also verlasse ich die Praxis erneut mit einer Überweisung, jetzt in die Hochtaunusklinik, und den ausgedruckten Röntgenbildern.

Frohen Mutes und Nichtsahnend fahre ich also am gleichen Tag nachmittags in die Hochtaunusklinik zu meinem Planungsgespräch für die ambulante OP. Die Klinik ist nicht bei uns um die Ecke, sondern die einfache Strecke sind 45km und eine knappe Stunde Fahrzeit. Ich nehme also im Wartebereich Platz. Warten in Wartezimmern kenne ich ja nun zur Genüge und habe mich damit abgefunden. Nach nur einer halbe Stunde werde ich aufgerufen. Ich erzähle meine Geschichte und der Arzt meint prompt er dürfe mich nicht operieren, da haben die Damen bei der Anmeldung wohl einen Fehler gemacht. Da meine Erst-OP nicht hier war, geht es nicht. Ich solle doch in die Klinik gehen, die mich im letzten Jahr operiert hatte. Ist das ein Scherz? Die wollen mich ja nicht operieren. Ich musste also unverrichteter Dinge und ohne Aussicht auf eine Operation die Klink wieder verlassen. Dieser Weg war also für umsonst, was mich sehr ärgerte. Aber an der Situation, dass ich immernoch keinen Chrirugen gefunden hatte, der mich operieren würde, nichts änderte.

Zu Hause bemühte ich die Google-Suche, um eine Praxis zu finden, die ambulante chirurgische Eingriffe vornahm. Ich suchte die berühmte Stecknadel im Heuhaufen und meine Hoffnung schwand, dass ich noch vor dem Sommer eine Operation bekommen könnte. Dann fand ich eine große Praxisgemeinschaft in Idstein mit einem abulanten OP-Zentrum in Wiesbaden. Ein Hoffnungschimmer machte sich in mir breit und ich konnte direkt online einen Termin vereinbaren – Datum in fünf Wochen. Das war fast Ende Mai. Egal, ich will diese Operation zeitnah hinter mich bringen. Der Arzt, bei dem ich einen Termin gebucht habe, ist spezialisiert auf Sprunggelenke, das gibt mir ein gutes Gefühl in den richtigen Händen zu sein. Das Erstgespräch war gut und vertrauenserweckend und wir vereinbaren direkt einen OP-Termin für den 15 Juli. ENDLICH – ein Ende ist in Sicht. Zwar mitten im Sommer, aber das ist mir jetzt einfach egal. Mein Pain mit dem Metall ist bei der Hitze und geschwollenen Beinen einfach nicht mehr auszuhalten.

Das OP-Planungsgespräch ist Ende Juni – fand also letzte Woche statt. Wir besprachen die Details und ich bekam die Aufklärungsunterlagen für die ambulante Operation. Die Uhrzeit erfahre ich allerdings erst einen Tag vorher. Mit den Unterlagen wird mir ein Rezept für Unterarmgehstützen ausgestellt und ich schaue ihn ganz entgeistert an. Nein, nicht schon wieder. Ich erzähle ihm, dass die Dinger im letzten Jahr mein Endgegner waren. Auf meine Frage, wie lange ich die brauchen werde, antwortet er: „Nur 4-5 Tage, damit die Wundheilung unterstützt und der Fuß entlastet wird.“ OK, es bleibt mir nichts anderes übrig, als es zu akzeptieren. Die Krücken vom letzten Jahr sind nun Bastelmaterial in der Werkstatt meines Mannes. Also fuhr ich auf dem Nachhauseweg direkt im Sanitätshaus meines Vertrauens vorbei. Die nette Mitarbeiterin vom letzten Jahr erkannte mich und wir plauderten ein wenig. Sie freute sich mich zu sehen und das es mir so gut geht. Ich war ja quasi Dauergast bei denen, weil ich ständig neue Verordnungen bekam. Sie holte direkt ein paar Krücken aus dem Lager und passte sie auf meine Größe an. Nun habe ich also wieder diese Dinger im Haus mit denen ich bald unterwegs sein werde. Mein Lichtblick, der mich nach vorn schauen lässt, ist dieses Kapitel endlich abhaken zu können.