Strahlentherapie – abgehakt
Heute hatte ich wieder einen Termin zur Nachsorge in der Strahlentherapie. Bei hitzigen 36 Grad Aussentemperatur begab ich mich in den Keller der Hochtaunusklinik, da dort die Strahlentherapie „beheimatet“ ist. Zuletzt war ich im Oktober hier. Erinnerungen werden wach, Erinnerungen an die insgesamt 15 Bestrahlungen, die ich tagtäglich bekommen habe. Irgendwie ist mir das alles hier sehr vertraut. Im Wartezimmer sitzen Patienten, die darauf warten ihre Strahlendosis verabreicht zu bekommen. Vor einem Jahr saß ich selbst noch dort.
Ich nehme im Wartebereich der Sprechstunde platz. Nach nur zehn Minuten werde ich bereits aufgerufen. Ich bin mal wieder erstaunt, wie schnell das ging, denn ich hatte mich auf eine längere Wartezeit eingerichtet. Der Strahlenarzt schaut sich meine Historie im PC an und dabei stellen wir fest, dass ich gestern vor einem Jahr meine letzte Bestrahlung bekommen habe. Hey – ein Jubiläum – ein Jahr nach Abschluss der Strahlentherapie. Gemeinsam gehen wir den üblichen Fragebofen der Nebenwirkungen durch. Es wird gefragt, ob Müdigkeit, Kurzatmigkeit, Fibrose an der Brust oder Ödeme im Arm vorliegen. Alle Punkte kann ich verneinen und die leichte Fibrose vom Oktober hat sich ebenfalls zurückgebildet. Der Arzt schaut sich die bestrahtle Brust noch einmal an. Dabei wird auf Hautveränderungen und eben auch Ödeme geachtet. Er ist sehr zufrieden mit dem Gesamtergebnis.
Er verabschiedet sich mit den Worten: „Ich wünsche ihnen alles Gute und hoffe, dass wir uns in diesen Räumlichkeiten nicht wiedersehen.“ Ein Satz, der Freude in mir auslöst. Und wieder ist ein Kapitel meiner Krebstherapie abgehakt. Ein unbeschreiblich schönes Gefühl macht sich in mir breit. So langsam kommt mein normales Leben wieder. Und ich hoffe inständig, dass ich mich nie wieder einer Strahelntehrapie unterziehen muss.
Im Anschluss an den Termin in der Klinik hatte ich noch einen Termin in der chirurgischen Praxis in Idstein zur OP-Vorbereitung. Denn endlich kann ich das Metall aus meinem Sprunggelenk wieder entfernen lassen. Aber einen Arzt zu finden der mich ambulant operiert war gar nicht so einfach. Das erzähle ich aber in meinem nächsten Beitrag, damit du mir auch weiterhin auf meinem Blog folgst – der Blog einer Krebspatientin, die über das Leben während und nach einer Krebstherapie berichtet.
