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Schönes Wochenende

Der Freitag stand wieder mal ganz im Zeichen von Arztbesuchen. Die halbjährliche Kontrolle beim Kardiologen stand an. Zum Glück früh am Morgen, denn es waren wieder Temperaturen über 30 Grad angekündigt. Das Wartezimmer war leer – nur eine Patientin vor mir. Kaum hatte ich mir einen Platz gesucht, wurde ich wenige Minuten später schon aufgerufen. Ungewöhnlich schnell. In dieser kurzen Zeit rief auch noch die Zahnarztpraxis an, bei der ich im Anschluss einen Termin hatte wegen des abgebrochenen Zahnes, ob ich denn nicht jetzt schon kommen könnte. Ich vermute, dass aufgrund der heissen Temperaturen viele ihre Arzttermine absagen oder verlegen. Leider ist eine Vorverlegung nicht möglich, da zwischen den beiden Praxen noch eine gute halbe Stunde Fahrzeit liegt und ich derzeit beim Kardiologen bin. Also blieb es beim vereinbarten Termin.

Beim Herzultraschall ist nichts Auffälliges zu sehen, also alles unverändert. Meine Therapie kann durchaus auch eine Herzschwächung zur Folge haben. Diese Nebenwirkung habe ich zum Glück ausgelassen. Ich plaudere also mit dem Arzt und er schwärmt mir von seinem papierlosen Büro vor, nachdem ich mich geoutet habe, dass wir ein Softwareunternehmen haben. Und dennoch stellten wir beide fest, dass es immernoch Unternehmen gibt, die Rechnungen rein in Papierform versenden. Auch die Post vom Finanzamt kommt teilweise noch in Papierform zu Hause an. Wir sind also noch weit entfernt von der digitalen Welt und pflegen unsere Papierablagen.

Es wird noch ein EKG geschrieben, der Blutdruck gemessen und mein nächster Besuch in dieser Praxis ist erst wieder in einem Jahr. Ein weiterer Schritt in die „Freiheit“ für mich, ein Arzt weniger auf meiner Liste, den ich in kurzfristigen Abständen besuchen muss. Den Termin für das nächste Jahr kann ich allerdings noch nicht vereinbaren und soll mich Ende des Jahres wieder melden. Als ich die kurze Zeit im Wartezimmer saß, bekam ich mit, wie eine Patientin einen Termin vereinbaren wollte und der nächste freie Termin, der ihr angeboten wurde, war im Februar 2027. Ich muss mir also unbedingt einen Reminder in den Kalender machen, damit ich mich sieben Monate vorher in der Praxis melde für den Termin im Juni 2027. Ein echter Irrsinn im Gesundheitssystem. Der Arzt meinte noch zu mir, dass wenn ich zwischendurch Probleme haben sollte, einen Dringlichkeistvermerk über meine Hausärztin einholen soll und dann früher einen Termin bekäme. Ich hoffe, dass ich davon keinen Gebrauch machen muss.

Gegen mittag ist mein Zahnarzttermin. Ich stelle mich schon auf eine längere Behandlung ein. Auch hier ist das Wartezimmer leer und ich werde schnell aufgerufen. Die Zahnärztin schaut sich das Dilemma in meinem Mund an. Ein Zahn, der noch eine alte Amalgam-Füllung hat, ist zur Hälfte weggebrochen. Sie macht ein Röntgenbild, um zu schauen, ob der Nerv noch intakt ist und beginnt einen Zahnaufbau zu machen. Innerhalb von einer viertel Stunde bin ich auch schon wieder draussen. Ganz ohne bohren, worüber ich sehr erfeut bin. Im Gespräch mit der Zahnärztin erklärte sie mir, dass keine neuen Amalgam-Füllungen mehr gemacht dürfen. Sie wurden verboten, ersatzlos gestrichen aus dem Krankenkassenprogramm für Kassenpatienten. Anstelle davon wird nun Zement als kostengünstige Füllung verwendet, die allerdings nur zwei Jahre hält. Amalgam hingegen ist fast unkaputtbar. Eine interessante Nebeninfo gab es auch noch – sie braucht in ihrer Prxis einen extra Amalgam-Abscheider, um alles aus dem Abwasser herauszufiltern. Dieser ist gesetzlich vorgeschrieben. Ich kann immerwieder nur den Kopf schütteln über die ganzen Vorschriften. Zuminest kann ich nun endlich wieder normal kauen.

Dann heisst es Wochenende und Shooting-Time bei unSICHTBAR. Mittlerweile unser sechstes Fotoshooting. Wahnsinn – vor einem Jahr gab es das alles noch nicht. Da begannn ich erst mit der Suche nach ehrenamtlicher Unterstützung durch Fotografen und Makeup Artists. Es hat sich alles so schnell und richtig gut entwickelt.