Nachts, wenn alles schläft…..
…liege ich häufig wach im Bett. Drehe mich von rechts nach links und wieder zurück. Kann nicht einschlafen und durchschlafen noch viel weniger. Nein es ist nicht das Gedankenkarussell, es ist mein Körper, der einfach nicht zur Ruhe kommt. Die erste Hitzewallung kommt direkt, wenn ich mich hingelegt habe. Bis sich dann die gewünschte Abkühlung einstellt, dauert es – Minimum dreißig Minuten. In dieser Zeit ist an einschlafen nicht zu denken. Die Nächte mit Temperaturen von muckeligen 28 Grad im Schlafzimmer sind für mich der blanke Horror. Mein Körper kann sich nicht abkühlen. Ich liege schweißgebadet im Bett und hoffe auf ein wenig Abkühlung, die unser Deckenventilator aber auch nur bedingt leisten kann.
Ich habe bereits viele Tipps zum Einschlafen bekommen. Man soll Abendroutinen schaffen, die Zubettgehzeit sollte annähernd gleich bleiben. Meine Fernseh- oder Bildschirmzeit am Abend lässt sich nur bedingt minimieren. Häufig erledige ich abends noch ein paar Dinge am Laptop. Unser Abendessen findet meist um halb sechs Uhr statt, da dies unsere einzige warme Mahlzeit am Tag ist. Dafür gibt es bei uns aber kein Mittagessen. Melatonin habe ich ebenfalls schon probiert. Lesen vor dem Einschlafen schafft auch keine Abhilfe. Letztens kam in einer Talkshow im Fernsehen noch ein Tipp – anstatt unzählige Schafe über eine gedankliche Wiese springen zu lassen, soll man versuchen Obst oder Gemüse alphabetisch aufzuzählen. Klappt auch nicht wirklich, aber zumindest kann man an nichts anderes denken, als nach einer Obstsorte mit den Buchstaben x,y, z zu suchen.
Und wenn ich dann endlich eingeschlafen bin, meist brauche ich fast eine Stunde dafür, dann werde ich spätestens nach zwei Stunden wieder wach. So geht es die ganze Nacht. Irgendwie habe ich mich schon daran gewöhnt, aber ich würde gerne mal sechs Stunden am Stück schlafen. Selbst nach unseren ausgiebigen Fußmärschen quer durch Wien waren die Nächte nicht besser. Und falls jetzt jemand den Mittagsschlaf als Tipp hat – nein, der fällt für mich aus, denn danach bin ich immer wie gerädert und komme nicht mehr in Gang. Ein Powernap mit zwanzig Minuten bekomme ich nicht hin, da meine Einschlafzeit ja schon länger dauert. Mein Mann beherrscht das perfekt und darum beneide ich ihn. In zwei Wochen habe ich wieder den quartalsmäßigen Nachsorgetermin bei meiner Frauenärztin und hoffe, dass sie mir diesmal das neue Medikament, welches mir die Onkologin in der Klinik empfohlen hat, endlich verschreibt. Ich habe von vielen Patientinnen, die es bereits nehmen, gehört, dass sie endlich wieder gut schlafen können und die Hitzwallungen deutlich weniger sind.
