Erster Urlaub
Der Grund für die lange Ruhezeit hier ist unser Familienurlaub. Seit meiner Krebsdiagnose im Oktober 2024, die sich nun bald bereits zum zweiten mal jährt, waren wir nicht mehr im Urlaub. Es gab ein paar kurze Ausflüge innerhalb Deutschlands, aber keinen wirklich längeren Urlaub. Unser Reiseziel war Kroatien, genauer gesagt Istrien, mit unseren drei erwachsenen Kindern, deren Partnern und unseren drei Enkelkindern. Elf Personen zwei Wochen lang unter einem Dach inklusive Krisenpotential. Ist aber auch nicht verwunderlich, denn unsere Kinder leben ihr eigenes Leben, jeder der drei ein anderes und das ist gut so.
Und trotzdem ist es wunderschön diese intensive Zeit mit ihnen verbringen zu dürfen. Wir hatten viele gemeinsame Stunden im und am Pool oder auch abends, wenn wir alle gemeinsam in den Sternenhimmel geschaut haben oder uns die Zeit mit Gesellschaftsspielen vertrieben haben. Unsere vierjährige Enkeltochter hat alle auf Trab gehalten und die zwei Babies hatten ihren ganz eigenen Rhytmus. Mein Mann und ich haben uns immer mal wieder Zeit zu zweit gegönnt und sind ganztägig auswärts unterwegs gewesen. Die wunderschöne Gegend ist faszinierend und wir haben einfach die Seele baumeln lassen. Und natürlich auch immer mal wieder zwischendurch gearbeitet. Selbst und ständig eben, aber auch unSICHTBAR brauchte noch etwas Zeit und Organisation. Die zwei Wochen Auszeit haben richtig gut getan, der Tapetenwechsel, die Familienzeit und das schöne Wetter.
Die Tage nach unserer Rückkehr waren dann aber doch ganz schön stressig. Es ist viel liegengeblieben und am ersten Arbeitstag war ich am Abend einfach nur durch. Er startete mit einem Zahnarztbesuch, denn in der ersten Urlaubswoche ist mir beim essen einer mit Schokolade überzogenen Erdnuss, die ich sehr mag, ein Zahn abgebrochen. Ich habe es direkt gespürt, denn vor einigen Wochen ist das schon einmal passiert. Na prima. Mitten im Urlaub. In einem fremden Land wollte ich eigentlich nicht zum Zahnarzt gehen. Also wartete ich ab und da ich keinerlei Schmerzen verspürte, beliess ich es auch dabei. Stattdessen schrieb ich unserer Zahnärztin eine nette Mail und schilderte den Vorfall. Prompt bekam ich einen Termin am Tag direkt nach unserer Rückkehr. Dabei dachte ich mir noch: „Hoffentlich klappt dieser Termin auch, denn die Zahnärztin ist hochschwanger und postete noch bei Instagram, dass die 39. Woche nun angefangen hat.“
Der Zahnarzttermin fand statt und ich konnte ihr noch alles Gute für die bevorstehende Geburt wünschen. Als selbständige Zahnärztin arbeitet sie bis zum letzten Tag und beginnt auch sehr zeitnah nach der Geburt mit Baby in der Praxis wieder mit der Arbeit. Ihr bleibt nichts anderes übrig, denn die Personalkosten und die Miete für die Praxisräume laufen weiter. Es klingt hart – ist es auch, aber das ist das Los von Selbständigen. Längere Auszeiten muss man sich leisten können, denn für gewöhnlich verdient man nur Geld, wenn man auch seine Arbeitskraft einsetzt.
Tja und ansonsten geht´s mir weiterhin ganz gut. Ich nehme seit drei Wochen die neuen Tabletten, die mir endlich wieder ruhige und schweißfreie Nächte bringen sollen. Es ist ein wenig besser geworden, aber jetzt habe ich extremes Sodbrennen dazu bekommen, was mich nachts auch nicht schlafen lässt. Nun muss ich im Ausschlussverfahren herausfinden, ob diese Tabletten dafür ursächlich sind, denn ich nehme sie direkt vor dem Schlafengehen und sie haben den Ruf auf den Magen zu schlagen. Ich beobachte es einfach noch eine Weile. Aber die extremen Hitzewallungen nachts sind weg und ich kann abends etwas besser einschlafen. Derzeit nehme ich sogar nur die halbe der empfohlenen Dosis, denn als nette Nebenwirkung können sich die Leberwerte negativ verändern. Da ich sowieso alle vier Wochen zur Blutentnahme in die Onkologie muss, wird das also engmaschig kontrolliert. Die Werte der letzten Kontrolle habe ich leider noch nicht, aber wenn ich keine Mail oder einen Anruf aus der Klinik bekomme, ist alles soweit im Normbereich für meine derzeitige Therapiephase.
Ebenfalls in dieser Woche war ein erneuter Termin beim Osteopathen. Meine Schmerzen, die mich seit meiner Brust-OP im Juli letzten Jahres plagten, sind endlich weg oder zumindest spüre ich sie im Moment nicht mehr. Offensichtlich hat diese Behandlung nun endlich etwas bewirkt. Anfangs war ich doch etwas skeptisch. Ich bin aber sehr zufrieden, eine Baustelle weniger und ich kann die Abrechnung mit meiner Krankenkasse auf den Weg bringen. Mal schauen, ob sie die versprochenen 60 € pro Behandlung übernehmen. So wurde es mir im Vorfeld zugesichert. Die verbleibenden 100 € trage ich gerne selbst, wenn endlich diese Dauerschmerzen weg sind und es auch bleiben.

