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Ende der Woche

Nachdem wir letzte Woche unsere Enkelin in der Ferienbetreuung bei uns hatten, da der Kindergarten wegen der Ferien noch geschlossen war, habe ich diese Woche erst einmal in Ruhe die Sachen auf meinem Schreibtisch sortiert. Es ist einiges liegengeblieben und bekanntlicherweise kommt ja täglich noch irgendwas neues dazu. Mittwoch war ich den kompletten Tag mit Arzttbesuchen ausgeblockt und froh als ich endlich wieder zu Hause war. Ich bin kurz vor neun Uhr in Richtung Frankfurt gestartet, da ich dort um 10.30 Uhr einen Nachsorgetermin bei meiner Frauenärztin hatte. Ich wollte früher in der Praxis sein, um vielleicht einmal pünktlich zum Termin auch dranzukommen. Hat fast geklappt. Aber dennoch musste ich eine Stunde warten. Ein weiterer Grund war mein Folgetermin zur Kontrolle beim Chirurgen, der bereits um 12.15 Uhr war. Wer sich ein wenig auskennt im Rhein-Main-Gebiet, der weiß, dass man zwischen den beiden Städten noch einige Autokilometer fahren muss. Um genau zu sein eine knappe halbe Stunde. Ich musste also spätestens um 11.30 Uhr aus der einen Praxis raus sein, um pünktlich den zweiten Arzttermin wahrnehmen zu können.

Mit wehenden Fahnen, aber doch recht enstapnnt, verließ ich die Frauenarztpraxis um kurz nach elf Uhr und machte mich auf den Weg nach Wiesbaden. Beim Nachsorgetermin war alles in Ordnung, wobei diesmal gar nicht viel gemacht wurde. Es gab keinen Ultraschall, da den die Kasse in dieser Nachsorgeuntersuchung nicht bezahlt. Die Brust wurde kurz abgetastet und das war es dann auch schon. Wir sehen uns in drei Monaten wieder. Meine Frage nach dem Medikament gegen meine heftigen Hitzewallungen, die mir seit Monaten den erholsamen Schlaf rauben, wurde direkt damit abgefrühstückt, dass sie mir dies erst ab Oktober auf Kassenrezept verschreiben kann.

Wie bitte? Es gibt bereits einige Frauen, die das Medikament auf Rezept bekommen und ich soll bis Oktober warten? Ich ärgere mich über diese Aussage, aber ansonsten bin ich sehr zufrieden mit meiner Frauenärztin. Mein nächster Termin ist im November und ich werde wieder nach dem mir hoffentlich schlafbringenden Medikament auf Kassenrezept fragen. Sie kann mir dafür auch ein Privatrezept ausstellen, aber für 180 Tabletten fallen satte 300 € an. Wenn die Krankenkasse mir das bezahlt, wäre es mir natürlich lieber, da ich zunächst von einer längerfristigen Medikation ausgehe und mein monatlicher Krankenkassenbeitrag bereits bei knapp 1200 € liegt, die ich als Selbständige aus meiner privaten Tasche zahle. Ich bin freiwillig in der gesetzlichen Krankenkasse versichert, genieße also für dieses Geld nicht einmal den Status eines Privatpatienten.

Die Wartezeit in der Praxis in Wiesbaden war wesentlich kürzer und das Arztgespräch dort noch viel kürzer. Es war die Kontrolle nach meiner Operation zur Materialentfernung am Sprunggelenk, die nun exakt vier Wochen zurückliegt. Der Arzt warf einen kurzen Blick darauf und ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden – ich übrigens auch. Im Vorfeld hatte ich wirklich etwas Bedenken, wie lange mich diese Operation wohl wieder aus der Bahn werfen wird. Zum Glück gar nicht. Allers verheilt sehr gut und die minimale Schwellung im Gelenk selbst geht in den kommenden Wochen noch zurück. Somit kann ich dieses Thema und diese Episode endlich abhaken. Meine fast nagelneuen Unterarmgehstützen, auch liebevoll Krücken genannt, werde ich an eine Organisation spenden, die Krankenhäuser in Ghana unterstützt. Dann werden sie dort sicherlich noch einen guten Dienst tun und ich hoffentlich nie wieder solche Dinger benötigen. Gutes zu tun kann so einfach sein.

Den Wochenabschluss macht dann noch meine zweite Behandlung beim Osteopathen. Nach meiner letzten Sitzung waren die Beschwerden kurzzeitig etwas heftiger als vorher, aber er hatte mich vorgewarnt, dass dies eintreten kann. Nach und nach trat Besserung ein und mit der Übung, die er mir gezeigt hat, wirke ich den Schmerzen ein wenig entgegen. Zusätzlich nehme ich noch das Coenzym Q10, dass unter anderem auch das Bindegewebe noch etwas stärken soll. Die Empfelung bekam ich von ihm und nach Rücksprache mit meiner Onkologin ist dies mit meinen aktuellen Medikamenten auch kompatibel. Alles in allem verspüre ich nach diesen sechs Wochen zwischen den beiden Behandlungen eine leichte Besserung.

Eigentlich glaube ich nicht an solche alternativen Methoden, aber irgendetwas scheint er doch in meinem Körper auszulösen und vor allem aufzulösen. Schließlich waren unsere beiden jüngsten Enkel (3 Monate und 7 Monate) auch bereits beim Osteopathen, der die Verspannungen gelöst hat und somit das Stillen besser funktionierte. Vielleicht ist es auch eine Kopfsache sich auf solche Behandlungsmethoden einzulassen. Ich lasse zumindest nichts unversucht, um die Schmerzen, die mich nun schon ein Jahr lang, seit Ende der Akuttherapie begleiten, endlich loszuwerden. Ein teurer „Spaß“ ist das aber auf jeden Fall mit der Gesundheit oder mit der Wiederherstellung der Gesundheit, denn die Krankenkasse übernimmt maximal 60€ pro Sitzung. Eine Sitzung kostet 90€. Da denke ich immerwieder an die Worte einer Freundin – im Alter muss man genügend Geld haben, um sich eine gute Gesundheitsversorgung leisten zu können. Dem ist leider so, wir sparen nicht nur für unsere eigene Rente, sondern auch noch für unsere Arztbehandlungen und Zusatzleistungen.