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unSICHTBAR ist mittlerweile nicht mehr nur ein Projekt, es ist mein Tagesinhalt. Mein Herzensprojekt und es wächst immer weiter. Im Juni diesen Jahres war ich als Gast bei einer Preisverleihung der Lilly Stiftung, die ihren Sitz in Bad Homburg hat. Ebenfalls dort ist auch das Unternehmen Lilly Pharma ansässig. Eine Kooperation mit der Stiftung oder dem Unternehmen wäre sicherlich sehr zuträglich für uns. Auf der Preisverleihung bekam ich die Chance mich direkt mit dem Vorstandsvorsitzenden der Stiftung zu vernetzen und auszutauschen. Es wurde die Idee geboren unsere Mutmacher-Porträts, die in den Fotoshootings entstehen, in der großzügigen Eingangshalle bei Lilly auszustellen. Aber auch andere Ideen waren noch im Raum. Also nichts Konkretes, aber nun hatte ich direkte Kontakte. Über den Sommer fragte ich immerwieder nach, aber durch die Urlaubszeit schob sich alles auf die lange Bank. Bis ich Mitte August ein Gespräch mit der Leiterin der Kommunikationsabteilung hatte und sie den Gedanken der Ausstellung aufgriff. Denkbar wäre, die Bilder im Oktober, dem Pinktober, anläßlich des Brutskrebsmonats auszustellen. Wow, ich war platt. Damit hatte ich nicht gerechnet – zumal es diese Bilder für die Ausstellung noch gar nicht gab.

Nun hieß es also zehn Porträts für den Druck auszuwählen, eine allgemeine Infotafel zu erstellen und alles Ende September anzuliefern und die Ausstellung aufzubauen. Die Holzstaffeleien werden von Lilly gestellt, die musste ich nicht auch noch besorgen. Man wächst ja bekanntlich mit seinen Herausforderungen und so war es auch diesmal. Pünktlich am 29. September stand die unSICHTBAR Wanderausstellung im Foyer bei Lilly in Bad Homburg. Es sieht großartig aus. Die Porträts wirken in dem Format 60 x 90 nochmal ganz anders und sehr viel eindrucksvoller. Noch während des Aufbaus kamen verschiedene Mitarbeiter zu uns. es gab unterschiedliche Meinungen und eine hat mich ganz besonders beschäftigt.

Eine Frau platziert sich vor den zehn Bildern und sagt fast ein wenig empört, das sie diese Fotos total triggern. Es sei so offensichtlich, dass es um Brustkrebs geht, da wir auch Frauen zeigen, die eine Brustamputation hatten. Sie sei jetzt selbst in dem Alter und ihre Schwiegermutter ist an Brustkrebs verstorben. Sie habe Angst es selbst zu bekommen. Das kann ich gut verstehen, äußere das ihr gegenüber auch. Aber es geht bei uns darum, dass wir die Menschen hinter dem Krebs zeigen. Wir machen sie sichtbar. Wir geben ihnen ihre Selbstliebe und Stärke zurück. Es ist mutig sich öffentlich so zu zeigen und das verdient Respekt. Krebspatienten müssen sich verdammt nochmal nicht verstecken. Krebs braucht immernoch Kommunikation und Sichtbarkeit. Und aus diesem Grund machen wir das. Eine unserer Fotografinnen meinte sogar, ob wir vielleicht noch eine Triggerwarnung zu den Bildern machen sollten. NEIN – definitv nicht. Warum müssen alle Menschen immer perfekt und schön aussehen? Wieso darf eine Frau nicht zeigen, das sie durch eine Krebserkrankung ihre Brüste verloren hat? Hinschauen und nicht wegsehen! Mich macht das echt traurig. Und genau das ist die Ausgrenzung, die viele Krebspatienten erleben.

Versöhnlich hat mich dann gestimmt, als der Vorstandsvorsitzende von Lilly versucht hat mich am Feiterag telefonisch zu erreichen und mir dann eine Nachricht schrieb, das er die Ausstellung großartig findet und sich dafür bei uns bedankt. Er möchte dazu einen Beitrag in seinem LinkedIn Profil veröffentlichen, ob ich damit einverstanden bin. Na klar bin ich damit einverstanden und ich bin echt sprachlos. Diese Nachricht und noch weitere positive Feedbacks von Mitarbeitern bei Lilly bestärken mich darin, das wir genau das Richtige tun. Wir werden uns nicht verstecken. Wir machen unsichtbares sichtbar.