Familienzeit
Familie ist mein wichtigster Anker. Ich versuche so viel Zeit wie möglich mit den Kindern und Enkelkindern zu verbringen. Und auch die freie Zeit mit meinem Mann genieße ich in vollen Zügen. Wir sind zwar 24 Stunden am Tag zusammen, aber hin und wieder gönnen wir uns kleine Auszeiten mitten im Alltag. So auch letzten Dienstag, an meinem 54. Geburtstag. Wir haben am Nachmittag die Arbeit niedergelegt und sind in ein Eiscafé gefahren mit Ausblick auf die Lahn, die ganz in unserer Nähe fliesst. Das Wetter war toll und wir haben ganz entspannt unsere Eisbecher auf der Terrasse mit Blick in die Natur genossen. Im Anschluss liefen wir ein paar Schritte und suchten uns ein Sitzplätzchen direkt am Wasser. Wir beide stellten fest, dass wir uns solche Auszeiten eigentlich öfter nehmen sollten – nicht nur zu bestimmten Anlässen. Keiner weiß, wie lange unsere gemeinsame Zeit auf dieser Erde noch sein wird. Und die Arbeit ist sicher wichtig, aber Familienzeit oder Zeit zu zweit ist noch viel wichtiger.
Trotzdem ich seit dem 23. Juli 2025 als krebsfrei aus der Akuttherapie entlassen wurde, bleibt dennoch die Angst vor einer erneuten Krebserkrankung. Abstellen lässt sich dieses Gedankenkarussell wohl nicht mehr. Mit dieser Angst müssen alle Krebspatienten einfach leben. Mich hat letztens eine Ärztin bei Instagram angeschrieben, die selbst auch von Krebs betroffen ist und ihre Behandlung ebenfalls im letzten Jahr abgeschlossen hat. Sie fragte mich, ob diese Gedanken irgendwann aufhören werden. Nein, das werden sie nicht. Als Krebspatient lebt man einfach immer mit dieser Ungewissheit, dass der Krebs an einer anderen Stelle im Körper noch einmal ausbrechen könnte. Bei unseren Nachsorgeuntersuchungen wird sich seitens der Mediziner nur auf die Brust konzentriert, dem ursprünglichen Krebsareal. Der Rest unseres Körpers wird zu keinem Zeitpunkt untersucht. Wenn also Krebszellen irgendwann gewandert sein sollten, würden sie heute noch nicht auffallen. Erst wenn Anzeichen dafür auftauchen und diesen nachgegangen wird. Damit müssen wir leben. Ich versuche nicht allzu oft daran zu denken, aber in anchen Momenten holen auch mich solche Gedanken einfach ein.
Und weil die Zeit mit der Familie so wichtig für mich ist, waren wir am Samstag gemeinsam mit allen Kindern, ihren Partnern und unseren drei Enkeln im Freizeitpark Lochmühle. Ich habe eine Grillhütte auf dem Areal angemietet und wir haben alle gemeinsam einen schönen Tag bei grandiosem Wetter verbracht. Jeder hat etwas zum Grillen mitgebracht, der Grill war gut gefüllt. Noch ein wenig Salat und Baguette, frische Melone und Ananas sowie ganz viel Spaß. Unsere 4-jährige Enkelin hat alle anwesenden Erwachsenen gut beschäftigt. Jeder durfte sie zu einem Fahrgeschäft begleiten, die man kostenfrei innerhalb des Parks nutzen kann. Zur Feier des Tages, zwei Geburtstage in der letzten Woche, unser Sohn und ich, hatte ich noch einen frischen Pflaumenkuchen gebacken. Unser neuer Bollerwagen war randvoll mit Essen und Trinken. Es ist schön, dass wir mit allen Kindern einen so guten Kontakt haben. Wir können uns alle gemeinsam treffen und Zeit miteinander verbringen. Wir dürfen am Leben der Enkelkinder teilhaben und sie aufwachsen sehen. Das ist so wertvoll und unbezahlbar. Dafür sollte man sich immer Zeit nehmen, denn sie verfliegt einfach zu schnell.
Der Sonntag war eher ruhig, denn mein operierter Fuß braucht noch etwas Erholung. Am Montag werden die Fäden gezogen und dann geht´s direkt nach München. Wir beuschen Freunde, mit denen wir dann gemeinsam mit der Bahn für ein paar Tage nach Wien fahren werden. Wir waren noch nie in Wien und freuen uns schon darauf. Zeit mit Freunden zu verbringen ist ebenso wichtig wie Zeit mit der Familie.

