Bin noch da
Es war jetzt länger ruhig hier. Das liegt daran, dass einfach viel los ist. Viele wunderschöne Dinge sind passiert. Ich fasse die Geschehnisse der letzten beiden Wochen einfach mal etwas zusammen. Meine letzte Blutkontrolle war am 19. Januar und die Blutwerte sind unverändert. Die Leukos sind trotz meiner sehr hartnäckigen Erkältung nicht weiter gefallen. Ein festsitzender Husten und eine ständig verstopfte Nase hatten mich fast drei Wochen fest im Griff. Jetzt wird´s aber langsam besser.
Letzten Samstag waren wir auf dem Geburtstag einer Freundin eingeladen – eine Mottoparty. Achtziger Jahre und ich hatte eigentlich gar keine richtige Lust, auch wegen meiner Erkältung. Aber ich wollte meine Freundin nicht versetzen und wir haben uns extra dafür ein paar Accessoires im achtziger Stil gekauft. Schon beim Anziehen zu Hause kam die Vorfreude darauf, ein tolles Motto. Alle Gäste waren tatsächlich verkleidet und auch die Musik war genau mein Ding. Back to the 80´s. Erinnerungen an meine Jugend und eine unbeschwerte Zeit wurden wieder wach. Wir haben viel getanzt und hatten wirklich Spaß. Nur meine Stimme verschwand über den Abend komplett – vom Mitsingen und lauten Reden. Der darauffolgende Tag war dementsprechend ruhig, aufgrund des Stimmverlustes. Hat meinen Mann sicher nicht gestört.
Und ebenfalls an jenem Samstag haben wir uns ein neues Auto gekauft. Ein E-Auto. Wir haben schon sehr lange darüber nachgedacht. Unser jetziges Auto ist bereits acht Jahre alt, ein Diesel. Ein absolut zuverlässiger Begleiter, aber die Vorzüge eines E-Autos und die Vorteile für uns als Gewerbetreibende sind einfach unschlagbar. Das mit dem Aufladen und der Reichweite wird für uns definitv eine Umstellung werden, aber man gewöhnt sich an alles. Wir werden zu Hause eine Wallbox anbringen lassen, das hatten wir bereits vor einiger Zeit mit unserem Vermieter besprochen und uns das Einverständnis eingeholt.
Es ist wieder ein Kia, da wir mit der Marke und dem Preis-Leistungsverhältnis sehr zufrieden sind. Wir haben spontan am Frühstückstisch beschlossen einen großen uns bekannten Kia-Händler in der Nähe aufzusuchen. Ein bestimmtes Modell hatten wir auch bereits im Kopf. Und als wir auch noch eine Probefahrt machen konnten, war es um uns geschehen. Es war Liebe auf den ersten Blick und die erste Fahrt – es sollte dieses Auto werden. Die Ausstattung passte perfekt zu unseren Vorstellungen und natürlich auch der Preis, den uns der sehr nette Verkäufer offerierte. Und somit unterschrieben wir direkt den Kaufvertrag. Unser jetztiges Auto wird zu einem sehr guten Preis vom Händler angekauft und somit reduziert sich der Kaufpreis um einen fünfstelligen Betrag. Nun heisst es warten, aber wir sind schon sehr gespannt auf diese neue Erfahrung. In dieser Zeit begnügen wir uns mit dem Schauen von Autovideos, um uns damit vertraut zu machen. Carsten recherchiert nach Anbietern für günstige Strompreise an den externen Ladesäulen und kontaktiert Elektriker, die uns die Wallbox und den dazugehöriegn Stromzähler installieren sollen. Vorfreude ist ja bekanntlich die schönste Freude.
Mit meiner rauchigen Erkältungsstimme durfte ich dann am Dienstag noch ein Telefoninterview mit einer Journalistin führen. Sie schreibt für ein Online-Magazin und möchte gern über unSICHTBAR berichten. Ich habe mich riesig über diese Anfrage gefreut, denn unser Projekt braucht Sichtbarkeit und Reichweite. Multiplikatoren sind für uns besonders wichtig. Das Interview dauerte fast eine ganze Stunde und ich habe den Artikel bereits gegenlesen dürfen. Bin gespannt, wann er veröffentlicht wird.
Diese Woche steht wieder ganz im Zeichen von unSICHTBAR. Am Mittwoch war ein Sonderfotoshooting mit nur zwei Teilnehmerinnen und einem Filmteam – noch ist es geheim, aber bald gibt´s mehr zu sehen. Und morgen, Samstag ist noch ein reguläres Fotoshooting mit vier Teilnehmerinnen. Mein Unterstützerteam ist mittlerweile auf über zwanzig Leute angewachsen. Alle sind für uns ehrenamtlich im Einsatz. Das ist so wundervoll und ich bin so dankbar dafür, dass mich so viele Menschen bei der Umsetzung meiner Idee unterstützen. Ich hatte Anfang der Woche auch ein Gespräch mit einer Farb- und Typberaterin. Von Anfang an habe ich die Vorstellung noch weitere Angebote zusätzlich zum Fotoshooting für Krebspatienten zu etablieren. Mal schauen, was daraus wird. Das Gespräch war schon sehr vielversprechend.
Meine Ergotherapie konnte ich vorzeitig und nach Rücksprache mit meiner Therapeutin beenden. Ein halbes Jahr nach meiner brusterhaltenden Operation. Solche Therapien sind einfach langwierig und brauchen Zeit. Wieder eine freie Lücke mehr in meinem Kalender, da der wöchentliche Termin wegfällt. Ich habe zahlreiche Übungen für Zuhause, die ich nun in meinen Alltag integriere und daran weiterarbeiten kann, dass die Beschwerden nicht wieder zurückkehren. In zwei Wochen habe ich den Kontrolltermin bei meiner Neurologin zur Nervenmessung. Ich hoffe, dass sich auch die Messwerte verbessert haben. Andere Nebenwirkungen der Medikamente haben sich bis jetzt nicht eingestellt. Lediglich mit der Personenwaage stehe ich auf Kriegsfuss. Sie kennt nur eine Richtung und zwar nach oben. Das frustriert mich ein wenig, aber ich habe wenig Einfluss darauf. Beim letzten Fotoshooting habe ich mit einer Mitpatientin gesprochen, die von den gleichen Medikamenten abgenommen hat udn sogar Depressionen bekam. So unterschiedlich reagieren unsere Körper darauf.

