Turbulente Zeit
Die letzten Tage war es hier in meinem Tagebuch sehr ruhig, aber bei uns war es alles andere als ruhig. Nachdem sich unser ungeborener Enkelsohn nicht allein auf den Weg machen wollte, um aus seiner Behausung auszuziehen, wurde am Sonntag bei der Kontrolluntersuchung in der Klinik sehr überraschend für uns alle ein Kaiserschnitt vorgeschlagen. Wir waren an dem Tag sowieso bei den Kindern zum Kaffee verabredet, ich hatte Waffelteig gemacht. Unsere Tochter war am vormittag zur Kontrolle in der Klinik und rief mich nach einer Weile an, dass der Kleine noch heute auf die Welt kommen soll. Eine Stunde hatte sie Zeit, um ihre Sachen und den Mann zu Hause abzuholen. Wir fuhren also umgehend los, ohne den Waffelteig. Bei unserer Ankaunft machten wir direkt einen fliegenden Wechsel – unsere Tochter fuhr mit ihrem Mann in die Klinik und wir kümmerten uns um unsere Enkeltochter. Das war um 13.30 Uhr. Wir machten es uns mit der Kleinen gemütlich und warteten auf den erlösenden Anruf zur Geburt ihres Bruders. Kurz vor 16 Uhr war es dann soweit – Facetime mit Mama, Papa und dem neugeborenen Erdenbürger. Wir waren unendlich erleichtert und erfreut, dass alles gut überstanden ist und Mama und Kind wohlauf sind.
Geplant war eigentlich noch am selben Abend in die Klinik zu fahren. Aber unsere Tochter war doch sehr geschwächt von dem gesamten Tag, so dass wir mit unserer Enkelin erstmal zu uns nach Hause fuhren. Ich habe eine Tasche mit Sachen für eine Woche gepackt, da wir nicht wissen, wie lange die drei in der Klinik bleiben werden. Einerseits war ich sehr erleichtert, denn das Winterwetter hatte Deutschland fest im Griff und es waren immerwieder Schnee und Eisglätte vorausgesagt. Somit war nun klar, dass wir nicht mitten in der Nacht losdüsen müssen, weil die Geburt einsetzt. Andererseits war es dann doch für uns alle überraschend schnell. Bei mir bahnte sich gerade eine Erkältung an, eine denkbar ungünstige Zeit, um unseren dreijährigen Wirbelwind ganztägig bespassen zu können. Aber das Leben lässt sich nicht immer planen. Und wir freuen uns natürlich auch, wenn wir helfen können und die Kleine gern bei uns ist.
Somit waren unsere letzten Tage geprägt von Kinderbetreuung, Besuch des Brüderchens im Krankenhaus und die Bekämpfung meiner Erkältung. Zum Glück habe ich kein Fieber bekommen und der 4fach Test mit Corona, RSV und Influenza war ebenfalls negativ. Also blieb mir nur das Übliche – heiße Badewanne, inhalieren, Grippostad, Nasenspray und Salbeitee. Mein Mann hat sich viel um die Kleine gekümmert, so dass ich mich trotzdem zwischendurch immernoch ein wenig ausruhen konnte. Unsere gesamte Arbeit blieb tagsüber liegen und musste dann am Abend erledigt werden, als sie im Bett war. Dank unserer Selbständigkeit können wir uns das sehr gut einteilen. Donnerstag erfolgte dann die Familienzusammenführung und wir bekamen unseren Seniorenalltag wieder zurück. Wir werden jetzt erstmal unsere virtuellen Schreibtische wieder aufräumen und liegengebliebene Dinge abarbeiten.
