Es geht wieder nach Berlin
Letzte Woche Donnerstag war es endlich wieder soweit – der Ernährungsworkshop vom Förderverein der Hochtaunusklinik hatte seinen ersten Termin in diesem Jahr. Er richtet sich ausschließlich an Krebspatienten und ich finde dieses kostenfreie Angebot großartig. Man trifft auf Gelichgesinnte mit denen man sich fast blind versteht. Keine Erklärungen, sondern gegenseitiges Verständnis. Es werden Erlebnisse aus dem Alltag eines Krebspatienten ausgetauscht und Empfehlungen gegeben. Es wird aber auch viel gelacht und natürlich gemeinsam gekocht. Das Oberthema war diesmam Mealprep, Essen das sich sehr gut vorbereiten lässt und für den späteren Verzehr geeignet ist. Viele gesunde und frische Dinge kamen auf den Tisch. Das gemeinsame Zubereiten entspannt und macht große Freude.
Die Stunden vorher habe ich bei unserem beiden Enkelkindern verbracht. Aufgrund von vielen Krankheitsausfällen hatte der Kindergarten geschlossen. Ich habe frische Brötchen mitgebracht und wir sind mit einem leckeren Frühstück in den Tag gestartet. Wir haben gespielt und einen Spaziergang durch den Wald gemacht. Einfach einen schönen Tag verbracht, aber ohne eine Nachricht vom Autohaus, dass wir unser neues E-Auto endlich abholen können. Es gab mal wieder Schwierigkeiten mit der Zulassung auf unsere Firma, da wir eine Personengesellschaft GbR mit zwei privat haftenden Gesellschaftern sind. Das hatte ich unserem sehr netten Autoverkäufer bereits vorher angekündigt und es hätte mich gewundert, wenn es diesmal glatt gelaufen wäre.
Am Freitag haben wir nochmals bei unserem netten Verkäufer angerufen, um sicherzustellen, dass die Telefonleitung funktioniert – Scherz. Er konnte nur sehen, dass der Wagen sich in der Zulassung befindet, nicht die Antwort, die wir hören wollten. Eigentlich hatten wir gehofft bereits am Wochenende damit umherfahren zu können. Traum zerplatzt, wir müssen uns in Geduld üben und auf die nächste Woche warten. Zwischenzeitlich, während des Telefonats, bekam ich eine E-Mail, dass ich mit unSICHTBAR für den O Mamori Award nominiert bin und habe eine Einladung zur Preisverleihung nach Berlin für den 24.04.2026 erhalten. Mir stockte der Atem vor Freude. Ich habe unsere Bewerbung dorthin geschickt und nun sind wir eingeladen und haben eine Chance auf einen Preis, der mit einer finanziellen Unterstützung verbunden ist. Allerdings werden die Preisträger erst an diesem Abend und vor Ort bekanntgegeben. Egal, ob wir gewinnen. Für mich ist die Sichtbarkeit unseres Projektes wichtig, sowie die Vernetzung mit anderen Organisationen und den Vertretern des ausrichtenden Pharmaunternehmens.
Noch voller Adrenalin aufgrund der Freude übe rdie Nominierung, ruft erneut unser netter Autoverkäufer an und teilt uns mit, dass die Namensschilder für unser Auto da sind und wir den Wagen noch am selben Tag abholen können. Da sagen wir doch nicht nein. Eine Stunde später, am frühen Nachmittag, sitzen wir ganz aufgeregt im Autohaus. Nun heisst es Abschied nehmen von unserem acht Jahre alten Diesel, der uns immer treu und zuverlässig begleitet hat. Aber die Vorfreude auf diese neue Erfahrung mit einem vollelektrischen Auto ist riesengroß. Wir bekommen eine ausführliche Einweisung, alles nur grob, denn in diesem Auto stecken so viele technische Besonderheiten, mit denen wir uns über die Zeit vertraut machen müssen. Überglücklich verlassen wir den Parkplatz des Autohauses und treten unsere Heimfahrt an. Mein Mann ist Beifahrer und klickt sich durch sämtliche Menüs im Auto.
Zwei so tolle Nachrichten zum Wochenausklang lassen uns beschwingt ins Wochenende starten. Dennoch schwingt auch noch immer die Erinnerung an eine traurige Nachricht mit, die wir zwei Tage zuvor bekommen haben. Ein guter Bekannter und langjähriger Geschäftspartner ist im Alter von nur 53 Jahren plötzlich und unerwartet verstorben. Unsere Gedanken sind bei seiner Frau und seiner Tochter, die nun allein sein müssen. Es ist so traurig und das Leben so ungerecht.
