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Tag zwei

Tag zwei nach der Operation geht es mir richtig gut. Die erste Nacht war eine Vollkatastrophe – ich hatte unheimliches Sodbrennen von all den Medikamenten, so dass ich versucht habe sitzend im Bett zu schlafen. Wie erholsam das ist, könnt ihr euch sicher vorstellen. Null erholsam. Aber ich brauchte keine weiteren Schmerzmittel, um durch die Nacht zu kommen. Schnell musste ich mich wieder daran gewöhnen, dass alles eine Spur langsamer geht und ich nur an Krücken unterwegs sein kann. Die Treppe zum oberen Stockwerk erklimme ich wieder auf dem Hinterteil. Unsere Enkelin hat dafür im letzten Jahr einen schönen Begriff kreiert – Popolaufen. Um die Kleidung für den Tag aus dem Schrank zu holen, instruiere ich auf der Kommode sitzend meinen Mann. Das hat mich bereits letztes Jahr viel Nerven gekostet. Diesmal wird es nur wenige Tage dauern, bis ich das auch wieder allein kann.

Gestern stand noch die Wundkontrolle beim Chirurgen auf dem Plan. Es hatte noch ordentlich durch den Verband geblutet und ich erwartete ein blutiges „Schlachtfeld“ darunter. Die Schwester warnte mich noch vor, dass das Entfernen etwas schmerzen kann. Sie schnitt den Verband auf und weichte die stark verkrustete Stelle mit Desinfektionsspray ein. Und als sie gerade daran zog und ich mich auf einen Schmerz einstellte, war auch schon alles vorbei. Zum Vorschein kam eine sehr saubere Wunde und eine richtig gut aussehende Naht. Ich war positiv überrascht, was ich dem Arzt gegenüber auch äußerte. Der Kontrolltermin für nächste Woche wurde direkt von ihm gecancelt, da er nicht davon ausgeht, dass wir den brauchen. Prima – ein Arzttermin weniger in meinem Kalender. In zehn Tagen werden die Fäden gezogen und ich verlasse die Praxis mit einem Duschpflaster. Ich darf langsam beginnen den Fuss zu belasten. Alles natürlich vor dem Hintergrund, dass es eine OP-Narbe ist, die verheilen muss. Die restlichen vier Thrombose-Spritzen soll ich mir noch verabreichen und den Fuss kühlen sowie hochlegen. Nichts anderes habe ich eingeplant, denn ich möchte schnell wieder auf die Beine kommen.

Der heutige Morgen war schon viel besser. Die Nacht war einigermaßen erholsam mit Schlaf ohne Sodbrennen. Und ich startete direkt das Laufen mit nur einer Krücke. Das ging richtig gut und erweitert natürlich meine Möglichkeiten. Ich habe eine Hand frei, um etwas zu tragen. Jeden Tag erobere ich mir nun ein Stück meiner Autonomie zurück. Langsam, behutsam, aber mit einem festen Willen. Tag zwei auf dem Sofa ist also gestartet und ich bin guter Dinge, dass es in den nächsten Tagen mit dem Laufen immer besser klappen wird. Die Schmerzmittel möchte ich heute weglassen, seitens des Arztes kein Problem, da es nur eine Bedarfsmedikation ist.